aus Torgranate.de vom 07.09.2017

KOL Süd: Mittelkalbach noch ohne Sieg

Der SV Mittelkalbach hat sich seinen Saisonstart wahrlich anders vorgestellt. Vor Rundenbeginn erklärte Trainer Jürgen Kreß im Gespräch mit unserem Online-Portal noch, dass die graue Maus ihr Fell allmählich abstreifen wolle und eine Platzierung unter den ersten sechs anstrebe. Nach sechs Spieltagen sieht die Welt aber anders aus. Nur zwei magere Pünktchen bedeuten Platz 16 in der Kreisoberliga Süd.

Grund zur Sorge bestehe aber nicht, wie Kreß verdeutlicht. „Wir stehen uns momentan zu häufig selbst im Wege. Oftmals sind wir in einer Begegnung auf der Siegerstraße, bekommen die Partie aber nicht zu Ende gespielt“, moniert der Mittelkalbacher Trainer. An den gezeigten Leistungen habe es oftmals nicht gelegen, denn nur Oberzell/Züntersbach (3:7) habe man sich deutlich geschlagen geben müssen. „Egal mit wem ich nach einer Partie spreche: Ob neutrale Zuschauer oder gegnerische Funktionäre, alle sind der Meinung, dass wir nicht in den Keller gehören. Ich bin davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir wieder in der Erfolgsspur sind.“

Abstellen müsse man vor allem die individuellen Fehler in der Defensive, die derzeit regelmäßig gemacht werden und zu Gegentoren führen. Denn mit 17 kassierten Toren stellt der SVM momentan die zweitschwächste Defensive der Liga. Von seiner grundsätzlich offensiven Spielidee will Kreß deswegen aber nicht abrücken. „Wir wollen weiter das Spiel bestimmen, aktiv sein und Chancen erarbeiten. Das hat in den vergangenen Wochen auch gut geklappt, nur die Abschlussaktionen sind noch ein bisschen unglücklich“, so Kreß, der ausführt, „dass der größte Feind die eigene Angst ist. Daher ist es meine Aufgabe als Trainer, dafür zu sorgen, dass wir weiter an uns glauben, nicht die Ruhe verlieren und das Sieger-Gen wieder aktivieren.“

Vom ursprünglichen Saisonziel, einer Platzierung unter den ersten sechs, will Kreß – vorerst – nichts wissen. „Unser primäres Ziel muss im Moment sein, dass wir schnellstmöglich unsere Punkte sammeln. Wenn wir in ein paar Wochen dann auf Platz zehn stehen sollten, können wir uns auch wieder nach oben orientieren. Das Vertrauen in die Mannschaft ist weiter ungebrochen und ich bin überzeugt, dass wir jedes Team in der Liga schlagen können“, verdeutlicht der Mittelkalbacher Übungsleiter, der seit Dezember 2015 das Zepter beim Süd-Kreisoberligisten schwingt.

Autor: Max Lesser
aus der Fuldaer Zeitung vom 15.07.2017

Die graue Maus will ihr Fell allmählich abstreifen

Mittelkalbachs Trainer Jürgen Kreß erkennt Potenzial in seiner Mannschaft

Wenn es eine Mannschaft gibt, die in den letzten vier Spielzeiten der Kreisoberliga Süd dauerhaft Mittelmaß verkörpert hat, ist es der SV Mittelkalbach: Nach dreimal Platz elf von 2013 bis 2016 folgte in der abgelaufenen Runde immerhin Platz neun. Trainer Jürgen Kreß (50), seit anderthalb Jahren im Amt, sieht aber nicht nur deswegen Fortschritte.

Es ist lange her, dass der SV Mittelkalbach mal vorne dabei war. Wie lebt es sich denn mit dem Image als graue Maus?

Na ja, wir wollen uns damit nicht auf Dauer begnügen. Es ist aber doch klar, wie der kurzfristige Erfolg meistens funktioniert: Man muss einige gestandene Spieler von auswärts holen. Das ist aber nicht die Philosophie unseres Vereins. Der SV Mittelkalbach möchte, dass Einheimische dort spielen, junge Leute. Und dass keine wirtschaftlichen Risiken eingegangen werden.

Also heißt das Motto: Lieber langsam und stetig voran….

Genau. Wir müssen uns Schritt für Schritt verbessern. Das allerdings sehe ich als unabdingbar an, denn mit dem Status quo ist keinem geholfen. Deswegen geben wir als Ziel aus, in der neuen Saison unter die ersten sechs zu kommen.

Aber reicht es denn unter den vorhandenen Bedingungen auch für mehr?

Warum nicht? Wir haben ausreichend talentierte Spieler, in denen genügend Potenzial steckt. In drei, vier Jahren kann die Mannschaft durchaus auf Gruppenliga-Niveau sein.

Vorausgesetzt, die Spieler bleiben dem Verein erhalten. Haben Sie keine Bedenken, dass Ihnen Ihre Talente in der Zwischenzeit verlustig gehen?

Nein, wenn man ein gutes Umfeld schafft, wird man Spieler auch bei der Stange halten können. Und dieses Umfeld haben wir geschaffen. Die Rahmenbedingungen in Mittelkalbach sind gut. Wir haben zwei funktionierende Mannschaften mit weit über 30 Spielern im Kader. Mit Julian Möller gibt es auch wieder jemanden, der sich fest um die Belange der Reserve kümmert. Das ist auch sehr wichtig. In der zweiten Mannschaft stehen Spieler, die nur einmal die Woche trainieren können. Aber deshalb sind das keine schlechten Fußballer.

Was muss denn die Mannschaft noch dazulernen, damit sie wirklich mal vorne mitspielen kann?

Über die Jahre hinweg hat man Mittelkalbach als eher defensiv orientierte Mannschaft gekannt, die selten mal mehr als ein Tor pro Spiel geschossen hat. Davon sind wir weg, unser Spiel ist offensiver ausgerichtet, wir wollen mehr Spielkontrolle haben. Wir haben da viel gemacht und es ist deutlich besser geworden. Leider fehlt noch die Konstanz. Nach zwei, drei guten Spielen kommen wieder zwei schlechte. Aber das Potenzial ist vorhanden, immerhin haben wir Meister Hosenfeld geschlagen. Und allmählich kommen wir auch mit langjährigen Angstgegnern besser klar. Auch den FV Steinau haben wir zuletzt bezwungen. Wir sind unverkennbar besser aufgestellt und weiter als vorher. Maurice Koch hat sich gut entwickelt, Dennis Ziegert ist ein sehr guter Stürmer, Johannes Kreß ein zuverlässiger Torgarant und Marijan Würtele ein technisch feiner Fußballer mit einem ganz starken linken Fuß.

Wie lange halten Sie als Trainer dem SV Mittelkalbach die Treue?

Ich treffe Vereinbarungen immer für ein Jahr, denn ich muss ja auch berücksichtigen, wie sich die Dinge beruflich entwickeln. Aber ich stehe einfach gerne auf dem Trainingsplatz, es ist der perfekte Ausgleich nach einem anstrengenden Arbeitstag. Die Liga ist eigentlich zweitrangig. Es geht mir darum, etwas zu entwickeln. Daran muss man sich als Trainer messen lassen.